KKV begrüsst Beschluss der DZ Bank
Der katholische Sozialverband KKV begrüßt den Beschluss der DZ Bank, aus der Lebensmittelspekulation auszusteigen.
„Auf den Schultern der Ärmsten“
„Wir können die DZ Bank nur in ihrem Beschluss bestärken, aus dem Geschäft mit Finanzwetten auf Lebensmittel auszusteigen.“ Derart unterstützt Herbert Süß, Monheimer Ortsvorsitzender des KKV und ehemaliger Bankprokurist der Raiffeisenbank Rhein-Berg eG in Monheim am Rhein, die Entscheidung der Dachorganisation von 900 Volks- und Raiffeisenbanken, sich von dem umstrittenen Geschäft mit Nahrungsmitteln zu trennen. „Es gibt Bereiche im Finanzwesen, da dürfen die einfachen Regeln nach Angebot und Nachfrage nicht gelten; weil sie auf den Schultern der Ärmsten lasten”, so Süß. Aus diesem Grund sei „ein Selbstverzicht des Marktes auf unethische und moralisch verwerfliche Spekulationen“ wie etwa im Lebensmittelbereich der einzig richtige Weg.
„Tyrannei“
Gleichzeitig bedauert der katholische Sozialverband, dass „die Deutsche Bank entgegen ihrer früheren Absicht, das Geschäftsmodell der Agrar- und Lebensmittelspekulation auf den Prüfstand zu stellen“, weiterhin daran festhalte. Gerade die Deutsche Bank könnte durch einen Ausstieg aus diesem Bereich Vorbild für andere Banken sein. „Und noch besser wäre es, wenn die Deutsche Bank solche Geschäfte nicht nur wegen ihres guten Rufes unterlassen würde, sondern aus moralischer Überzeugung. Im Übrigen ist es ethisch mehr als fragwürdig, wenn Geld mit Wetten verdient wird statt mit der Produktion von Gütern“, so der KKV-Vorsitzende. Papst Franziskus weise mit Recht darauf hin, dass eine uneingeschränkte Freiheit der Märkte und Spekulationen ohne Kontrollen zu einer „neuen, unsichtbaren Tyrannei“ führe, die erbarmungslos ihre eigenen Regeln durchsetze. Die Folge sei, dass die Gewinne einer Minderheit um das Vielfache in die Höhe stiegen, während die Mehrheit ärmer werde.
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